Aktuelle Urteile

Verkehrsunfall: Erstattung der Kosten des Sachverständigen

Die Schadensregulierung nach einem Verkehrsunfall erfolgt grundsätzlich nach folgender Regel: Die Zeche zahlt der Unfallverursacher. Neben Reparaturkosten, Nutzungsausfallentschädigung, Mietwagenkosten, Schmerzensgeld und anderen Schadenspositionen fällt fast immer ein weiterer Kostenfaktor an: Die Kosten des Sachverständigen, der im Auftrag des Geschädigten ein Gutachten über die Schadenshöhe angefertigt hat.
 
Der Bundesgerichtshof hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass die Kosten des Gutachtens von dem Unfallverursacher (beziehungsweise von dessen Haftpflichtversicherung) auch dann erstattet werden müssen, wenn sich das Honorar des Sachverständigen nach der jeweiligen Schadenshöhe richtet. Diese Abrechnungsweise entspricht verbreiteter Praxis der Kfz-Sachverständigen. Und das ist nach Ansicht des BGH auch nicht zu beanstanden: Immerhin hat der Sachverständige für die richtige Ermittlung des Schadensbetrages persönlich einzustehen. Deshalb ist eine an der Schadenshöhe orientierte Pauschalierung seines Honorars interessengerecht. Die gegnerische Haftpflichtversicherung kann den Geschädigten grundsätzlich auch nicht auf andere günstigere Sachverständige verweisen. Ausdrücklich stellt der BGH klar, dass die Besonderheiten der Rechtsprechung bei der Erstattung von Mietwagenkosten (Hier wird der Unfallersatztarif der Mietwagenunternehmen in der Regel nicht akzeptiert) mit dem Honorar von Sachverständigen nicht vergleichbar ist (BGH, Urteil vom 23.01.2007, Aktenzeichen: VI ZR 67/06).


Rechtsanwalt Dr. Peter Bitzer, Köln - Sülz